Billings-Methode

Billings-Methode – Was ist das?

Die Billings-Methode oder auch Zervixschleimmethode befasst sich mit der Untersuchung des Zervixschleims. Der Zervixschleim ist ein Sekret, dass von Drüsen am Gebärmutterhals produziert wird. Normalerweise ist er milchig, dickflüssig, manchmal auch klebrig. Er bildet einen Pfropf, der die Gebärmutter vor Bakterien schützen soll. Auch Spermien können ihn nicht durchdringen. Wenn Du Deinen Körper regelmäßig beobachtest, ist dir möglicherweise schon einmal aufgefallen, dass sich die Farbe und die Konsistenz eben dieses Zervixschleims ändern.

Die genaue Untersuchung des Zervixschleims ist eine gute Möglichkeit herauszufinden, wann Deine fruchtbaren Tage sind. Die Methode wird auch Billings-Methode genannt. Sie geht auf den Neurologen John Billings zurück, der erkannte, dass sich der Schleim am Muttermund (Zervix) einer Frau innerhalb des Menstruationszyklus etwa drei Tage vor und nach dem Eisprung ändert.

Was brauche ich für eine Untersuchung?

Analyse des Zervixschleims

Hilfsmittel werden für die Billings-Methode nicht benötigt. Hilfreich wären Zettel und Stift für Notizen. Alles, was Du tun musst, ist täglich die Konsistenz und Farbe des Zervixschleims zu untersuchen. Dies tust Du am besten jeden Morgen während des ersten Gangs zur Toilette. Dazu erfühlst Du den Muttermund. Erkennen wirst Du ihn an seiner auffallenden Form: Er fühlt sich so ähnlich an, wie eine Nasenspitze. Dort entnimmst du ein wenig Zervixschleim. Nun kannst Du, am besten mit zwei Fingern, die Konsistenz untersuchen. Wie fühlt er sich an? Ist er klebrig, cremig, zäh, oder eher dünnflüssig? Lässt er sich zu Fäden ziehen? Welche Farbe hat er? Ist er milchig, grau oder durchsichtig, transparent?

In der folgenden Tabelle kannst Du abgleichen in welcher Phase du dich gerade befindest:

Anmerkungen Aussehen und Konsistenz Allgemeines Gefühl Fruchtbarkeit
Kein bis sehr wenig Schleim, nur am Muttermund milchig, oder gelblich trocken nicht fruchtbar
Wenig Schleim, nur am Muttermund Milchig, oder gelblich Ein wenig feucht wenig fruchtbar
Wenig Schleim befindet sich auch am Scheideneingang dickflüssig, milchig, weißlich, trüb, manchmal klumpig, nicht elastisch feucht fruchtbar
Schleim befindet sich auch am Scheideneingang durchsichtig, klar, transparent, ähnlich rohem Eiweiß, zieht Fäden, manchmal auch gelblich, bräunlich feucht sehr fruchtbar
Relativ viel Schleim befindet sich auch am Scheideneingang durchsichtig, klar, transparent, ähnlich rohem Eiweiß, zieht Fäden, manchmal auch gelblich, bräunlich, oder auch rötlich Sehr feucht, nass, glitschig, ölig sehr fruchtbar

In den Tagen um die Regelblutung herum wird kaum Zervixschleim produziert und der Scheideneingang fühlt sich eher trocken an. Dieser ist noch dickflüssig, milchig und es lassen sich keine Fäden ziehen. Je näher der Tag des Eisprungs rückt, desto mehr Schleim sammelt sich schon am Scheideneingang.


In etwa drei Tage vor dem Eisprung wird der Zervixschleim immer durchsichtiger und klarer – ähnlich rohem Eiweiß. Ebenso lässt er sich leichter dehnen und wird elastischer. Dies sind Deine fruchtbaren Tage. Spermien können 2-3 Tag im weiblichen Körper überleben, die Eizelle hingegen bleibt leider nur zwölf bis achtzehn Stunden befruchtungsfähig. Deshalb empfiehlt es sich für eine gewollte Schwangerschaft auch schon 2-3 Tag vor dem Eisprung unverhüteten Geschlechtsverkehr zu haben. Drei Tage vor und drei Tage nach dem Eisprung ist der Zervixschleim für Spermien durchlässig, unterstützt diese sogar auf ihrem Weg zur Eizelle. Ca. drei Tage nach dem Eisprung geht die Produktion wieder spürbar zurück und das Nässegefühl der Scheide verschwindet. Der Schleim wird wieder dick und zäh: Die fruchtbare Phase des Zyklus ist vorbei.

Um genau den Zeitpunkt des Eisprungs bestimmen zu können, empfiehlt es sich in einem Protokoll jeden Tag den Zustand des Zervixschleims zu beschreiben. Dies erfordert ein wenig Disziplin, ist aber mit ein bisschen Übung unkompliziert.

Wie sicher ist diese Methode?

Wer diese Methode über mehrere Monate verfolgt, kann relativ genau den Zeitpunkt des Eisprungs bestimmen. Leider gibt es keine allgemeingültige Aussage über die Beschaffenheit des Zervixschleims. Bei einigen Frauen hat er eine andere Konsistenz oder Farbe. Ebenso wirken sich manche Medikamente oder die Antibabypille auf den Zervixschleim aus und es lassen sich keine genauen Rückschlüsse ziehen. Manchmal wird der sogenannte „Erregungsschleim“ mit Zervixschleim verwechselt. Dieser ist ebenso klar und zieht Fäden. Unterscheiden lässt er sich allerdings leicht im Wasser. Erregungsschleim löst sich auf – im Gegensatz zu Zervixschleim.

Die Unterschiede des Zervixschleims sind von Frau zu Frau verschieden, trotzdem lohnt es sich über einen längeren Zeitraum mit der Untersuchung zu beschäftigen und die eigene individuelle Struktur des Schleims kennenzulernen. Um wirklich sicher zugehen, kann die Billings-Methode mit der Temperatur-Methode kombiniert werden. Kombiniert können diese beiden Methoden eine sehr exakte Auskunft über den Zeitpunkt des Eisprungs geben.